telc B1 Mündlicher Ausdruck: Ablauf, Punkte und Vorbereitung
Drei Teile mit Partner, 75 Punkte, 25 % der Gesamtpunktzahl — plus 20 Minuten Vorbereitungszeit.
Wie ist die mündliche Prüfung aufgebaut?
Nach 20 Minuten Vorbereitung sprichst du etwa 15 Minuten mit einem Partner: Ihr stellt euch vor (Einander kennenlernen), diskutiert ein Thema (Über ein Thema sprechen) und plant gemeinsam etwas (Gemeinsam etwas planen).
Wie läuft der Prüfungstag ab?
Die mündliche Prüfung findet in der Regel zu zweit statt, zwei Prüfende hören zu und bewerten. Vorher hast du 20 Minuten Vorbereitungszeit: Du bekommst die Aufgabenblätter, darfst Notizen machen und sie mit in den Prüfungsraum nehmen. Ablesen solltest du sie nicht, bewertet wird freies Sprechen.
Das Gespräch selbst dauert etwa 15 Minuten und beginnt mit einer kurzen Begrüßung. Danach folgen die drei bewerteten Teile: Einander kennenlernen, Über ein Thema sprechen und Gemeinsam etwas planen, zusammen 75 Punkte und damit ein Viertel der Gesamtpunktzahl.
Teil 1: Einander kennenlernen (15 Punkte)
Ihr stellt euch gegenseitig Fragen zu alltäglichen Themen: Herkunft, Familie, Arbeit oder Ausbildung, Sprachen, Freizeit. Das Ziel ist ein natürliches Kennenlerngespräch, kein Vortrag über dich selbst. Am Ende stellen die Prüfenden oft noch ein, zwei vertiefende Fragen.
Bereite deshalb keine Rede vor, sondern Fragen an den Partner und kurze, ehrliche Antworten. Wer nachfragt („Und du? Wie lange lernst du schon Deutsch?“), zeigt genau die Gesprächsfähigkeit, die dieser Teil prüft.
Teil 2: Über ein Thema sprechen (30 Punkte)
In der Vorbereitungszeit hast du einen kurzen Text oder Stichpunkte zu einem Alltagsthema bekommen, etwa Reisen, Medien oder Zusammenleben. Im Gespräch berichtest du deinem Partner davon, ihr tauscht Meinungen aus und erzählt von eigenen Erfahrungen.
Bewertet wird nicht, wie viel du über das Thema weißt, sondern wie du dich austauschst: Meinung äußern, begründen, auf den Partner reagieren, nachfragen. Ein einfaches „Ich sehe das anders, weil …“ bringt mehr als ein perfekt auswendig gelernter Absatz.
Teil 3: Gemeinsam etwas planen (30 Punkte)
Ihr bekommt eine gemeinsame Aufgabe, zum Beispiel einen Ausflug, eine Feier oder eine Umzugshilfe organisieren. In wenigen Minuten sollt ihr zu einem Ergebnis kommen: wann, wo, wer übernimmt was. Der Weg dorthin, also Vorschlagen, Reagieren und Aushandeln, ist die eigentliche Prüfungsleistung.
Die stärkste Strategie ist echtes Eingehen auf den Partner: einen Vorschlag aufgreifen, einen eigenen dagegensetzen, einen Kompromiss anbieten. Wer nur seine vorbereiteten Ideen abarbeitet, führt kein Planungsgespräch, und genau das fällt den Prüfenden auf.
Ein Beispiel: So klingt Teil 3
Aufgabe: Eine Freundin zieht um, ihr wollt gemeinsam helfen und plant den Tag. Ein gelungener Austausch klingt zum Beispiel so:
A: Ich schlage vor, wir helfen ihr am Samstagvormittag. Da haben wir beide frei, oder? B: Samstag passt gut, aber vormittags habe ich schon einen Termin. Wie wäre es am Nachmittag, so ab 14 Uhr? A: Einverstanden. Soll ich meinen Bruder fragen, ob er uns sein Auto leiht? Dann schaffen wir die Kartons in einer Fahrt. B: Gute Idee. Ich kümmere mich dann um etwas zu essen für alle. Und was schenken wir ihr zum Einzug? A: Vielleicht eine Pflanze? Ich kann am Freitag eine besorgen. B: Perfekt, dann sagen wir ihr heute Abend Bescheid.
Der Dialog zeigt alle Redemittel, auf die es ankommt: Vorschläge („Ich schlage vor“, „Wie wäre es“), Zustimmung und Einwand („Einverstanden“, „aber“), Aufgabenverteilung und ein konkretes Ergebnis. Genau diese Bausteine kannst du vorbereiten, ohne ein Skript auswendig zu lernen.
20 Minuten Vorbereitungszeit richtig nutzen
Teile die Vorbereitung nach dem Gewicht der Teile ein: ein paar Minuten für Stichworte zu dir selbst, dann der Text für Teil 2 mit zwei, drei Meinungssätzen, und der größte Block für Teil 3 mit zwei Vorschlägen, einem möglichen Einwand und einem Kompromiss.
Schreibe Stichwörter, keine Sätze. Wer ganze Sätze notiert, liest in der Prüfung ab und verliert genau die Punkte für Interaktion und natürliches Sprechen, die dieser Prüfungsteil vergibt.
Weiterlesen: Mit Spickzettel durch die mündliche PrüfungTypische Fehler in der mündlichen Prüfung
Der häufigste Fehler ist der Monolog: auswendig gelernte Passagen, die an der Frage vorbeigehen und bei der ersten Rückfrage zusammenbrechen. Ebenso verbreitet ist das Gegenteil, nur mit „Ja“ und „Nein“ zu antworten und dem Partner die ganze Gesprächsarbeit zu überlassen.
Angst vor Fehlern bremst mehr als die Fehler selbst. Auf B1-Niveau werden kleinere Grammatikfehler erwartet, bewertet wird, ob die Kommunikation gelingt. Eine Rückfrage wie „Können Sie das bitte wiederholen?“ ist kein Minuspunkt, sondern eine normale Gesprächsstrategie.
Die anderen Prüfungsteile
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