telc B1 Sprachbausteine: Ablauf, Punkte und Übungen
Zwei Teile, 30 Punkte, 10 % der Gesamtpunktzahl — Grammatik und Wortschatz im Kontext.
Jetzt eine Aufgabe ausprobierenWie sind die Sprachbausteine aufgebaut?
Du vervollständigst zwei Briefe mit Lücken: In Teil 1 wählst du für zehn Lücken die grammatisch richtige Option, in Teil 2 füllst du zehn Lücken aus einer Liste von fünfzehn Wörtern. Die Sprachbausteine teilen sich die 90 Minuten mit dem Leseverstehen.
Teil 1: Grammatik im Zusammenhang
Grundlage ist ein Brief oder eine E-Mail mit zehn Lücken. Für jede Lücke wählst du aus drei Möglichkeiten die grammatisch richtige. Geprüft werden zum Beispiel Präpositionen, Pronomen, Konnektoren, Verbformen und Endungen. Jede richtige Antwort bringt 1,5 Punkte, insgesamt also 15.
Die drei Optionen unterscheiden sich oft nur in einer Endung oder einem Buchstaben. Entscheidend ist der ganze Satz: Welches Verb steht am Ende? Welchen Kasus verlangt die Präposition? Wer nur die Wörter direkt neben der Lücke liest, übersieht genau die Signale, auf die es ankommt.
Teil 2: Wortschatz aus der Liste
Der zweite Text ist wieder ein Brief, diesmal mit zehn Lücken und einer Liste von fünfzehn Wörtern. Jedes Wort passt höchstens in eine Lücke, fünf bleiben am Ende übrig. Geprüft wird Wortschatz im Kontext: feste Wendungen, passende Verben und Nomen, Konnektoren. Auch hier zählt jede Lücke 1,5 Punkte.
Löse zuerst die Lücken, bei denen du sicher bist, und streiche jedes benutzte Wort sofort durch. Mit jeder gelösten Lücke schrumpft die Auswahl, und die schweren Fälle am Ende werden zu einer Entscheidung zwischen zwei, drei Kandidaten statt fünfzehn.
Ein Beispiel mit Lösungsweg
Im Satz „Ich freue mich sehr ___ Ihre Antwort“ stehen zur Auswahl „über“, „auf“ und „für“. Wer nur „freuen“ liest, greift schnell zu „über“. Der Satz blickt aber nach vorn: Die Antwort ist noch nicht da.
„Sich freuen über“ passt zu etwas, das schon passiert ist, „sich freuen auf“ zu etwas Zukünftigem. Richtig ist also „auf“. Solche Verb-Präposition-Paare sind der Kern von Teil 1, und es lohnt sich, die häufigsten als feste Einheit zu lernen.
In Teil 2 hilft derselbe Blick auf den Kontext: Steht vor der Lücke ein Artikel, fehlt ein Nomen. Steht dort „zu“, folgt oft ein Infinitiv. Die Grammatik des Satzes sortiert die Wortliste vor, bevor du überhaupt über Bedeutung nachdenkst.
Zeitstrategie innerhalb der 90 Minuten
Die Sprachbausteine haben kein eigenes Zeitfenster, sie laufen im selben 90-Minuten-Block wie das Leseverstehen. Sie bringen 30 Punkte, also zehn Prozent der Gesamtpunktzahl, kosten aber deutlich weniger Lesezeit als die langen Lesetexte. 15 bis 20 Minuten für beide Teile sind ein realistisches Ziel.
Ob du mit den Sprachbausteinen beginnst oder mit dem Leseverstehen, ist Geschmackssache. Viele starten mit den Sprachbausteinen, weil sie kurz sind und ein schneller Erfolg beruhigt. Wichtig ist nur, die Zeit im Blick zu behalten und am Ende alle Antworten auf dem Antwortbogen zu haben.
Typische Fehler bei den Sprachbausteinen
Der Klassiker in Teil 1 ist die Bauchentscheidung nach Klang: Eine Option „klingt richtig“, weil sie häufig vorkommt, passt aber nicht zur Struktur des Satzes. Prüfe lieber mechanisch Kasus, Position und Endung. In Teil 2 kostet es Punkte, ein Wort zweimal einzusetzen oder ein längst gestrichenes noch einmal zu verwenden.
Unterschätze diesen Prüfungsteil nicht. 30 Punkte entscheiden regelmäßig über das Bestehen des schriftlichen Teils, in dem 135 von 225 Punkten nötig sind. Wer hier in 20 konzentrierten Minuten 25 Punkte holt, hat mehr gewonnen als mit einer halben Stunde Grübeln über einem schweren Lesetext.
Jetzt eine Aufgabe ausprobieren
Sprachbausteine Teil 1
Lücken 21–30Wähle für jede Lücke im Brief die richtige Option.
Sprachbausteine Teil 2
Lücken 31–35Fülle jede Lücke mit dem passenden Wort aus der Liste. Jedes Wort passt höchstens einmal.
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